Mallorca

Sierra de Tramuntana - Trockenmaurerroute GR221

GR221 - oder: entlang der Nordküste

Mein Wander-Buddy Felix und Ich suchten für Frühjahr 2018 eine geeignete Location um einen schönen Aktivurlaub zu begehen.

Anforderung: Nicht zu kalt wäre schön!

Der GR221, auch Trockenmaurerroute genannt, führte uns entlang der kompletten Nordküste Mallorcas auf ca. 140-160km wunderschönster Wegführung.

Felix

Patrick

unsere Route


Tag 1 - (Montag 12.03)

Der Urlaub startete genau so, wie ein Urlaub auf GAR KEINEN FALL starten sollte.
Angekommen am frühen Montag Morgen warteten wir am Gepäckband auf unsere Rucksäcke.
Felix Rucksack kam, meiner nicht. Auch nicht nach 5 Minuten, nicht nach 10 Minuten, nicht nach 30 Minuten.
Ergebnis: Mein Rucksack war weg. Und mit Ihm alles was ich dabei hatte.
Lange ging es hin und her. Zuerst war der Gepäckschalter nicht besetzt, dann kam nach vielen endlosen Versuchen endlich jemand der sich halbwegs zuständig fühlte.
Leider konnte aber auch dieser nette Herr nicht wirklich helfen und nahm lediglich eine "Vermisstenanzeige" auf.
Angeblich sollte ich in den nächsten Stunden eine RÜckmeldung erhalten, ob das Gepäckstück gefunden wurde, im Idealfall am Urlaubsort, oder ob der Rucksack noch irgendwo in Deutschland liegt. Na klasse...
So fuhren wir erstmal, wir hatten ja keine andere Wahl, mit dem Bus vom Airport nach Palma de Mallorca um dort zu versuchen uns etwas abzureagieren. (Ja, ich war richtig sauer und genervt! Für mich war der Urlaub vorbei, ehe er angefangen hatte.)
Ein Glück kam 1-2 Stunden später der ersehnte Anruf, der Rucksack ist am Airport.
Zwei Möglichkeiten: Entweder wird mir das Gepäck am Nachmittag per Kurier gebracht, oder ich hole es ab. Natürlich, wir wollten schließlich nicht noch mehr Zeit verlieren, fuhren wir mit dem Bus wieder zurück zum Airport und holten endlich meinen Rucksack.
Gegen 13:00 Uhr konnten wir endlich per Bus nach Port d’Andratx fahren, unserem geplanten Ausgangspunkt der Tour. Neben den 10€ für bereits Hin- und Rückreise nach Palma, nahm man uns auch hier wieder ca. 5€ ab. :-D
Egal, wir waren unendlich froh, dass der Urlaub nun endlich mit einem halben Tag Verspätung starten konnte.
Da wir unsere Sonnencreme vergessen hatten, warum verstehe ich bis heute nicht, schlug auch diese nocheinmal mit 10-15€ zu Buche. Uns war mittlerweile alles egal.


Die erste Etappe führte uns Richtung Sant Elm.
Bei eintretender Dämmerung packten wir unse Zelte aus und als es beinahe dunkel war, konnten wir diese dann auch endlich aufstellen.
Gegen 20:30 Uhr zogen wir uns zurück, Schlafenszeit!

39° 34'10" N 2°21'21" O


Tag 2 - (Dienstag 13.03)

Heute starteten wir, nach kurzem Frühstück mit Müsliriegel, Karotten und einem Ei in Richtung Ses Fontanelles.
Auf unserem Weg lernten wir Rebecca aus Montreal, Kanada kennen, die uns erzählte, dass Sie derzeit in der dominikanischen Republik zuhause ist.
Um kurz nach 15:00 Uhr erreichten wir Les Fonatenelles.
Neben Ihr trafen wir noch auf Ruth und Boris aus Berlin, welche ebenfalls superfreundlich waren. Ruth lieh mir sogar noch Ihren dünnen Seidenschlafsack, da ich erwähnte, dass die Nacht vorher extrem kalt für mich war. Vielen Dank dafür! :-)

Unseren provisorischen Zeltplatz für den Tag erreichten wir bei 39°37'20 N 2°26'14" O .
Auch heute endete unser Tag nach einiger Anstrengung gegen 20:00 Uhr.


Tag 3 - (Mittwoch 14.03)

Nachdem wir heute in den Tag starteten, entdeckten wir noch drei weitere mögliche Plätze um Zelte aufzuschlagen:
1. 39°37'22" N 2°26'18" O (wenige Minuten nach unserem letzten Nachtlager)
2. 39°37'33" N 2°26'13" O (ebenfalls keine 10 Minuten später, noch schöner vom Untergrund als der vorherige)
3. ebenfalls knapp 5 Minuten weiter Richtung nächstem Ziel fanden wir, kurz nach einer "Grenztreppe" einen großen, grünen Platz, auf dem Zelte sicher ebenfalls sehr gut stehen.
Diese Tipps merken wir uns, für den nächsten Urlaub ;-)

Nun gut, zurücl zum Tag: Los ging es erneut um etwa 20 nach 8. Eine knappe Stunde später erreichten wir einen ersten schönen Rastplatz auf einer Hochebene auf ca. 850m.
(39°37'36" N 2°26'40" O)

Unser Zwischenziel Estellencs erreichten wir gegen 13:00 Uhr. Dort angekommen erfrischten wir uns ersteinmal in einem Cafe, Zeit für eine Cola!
Von dort aus fuhren wir mit dem Bus nach Banyalbufar, wo wir etwa um halb 4 ankamen.
Hier sollte es heute eine Unterkunft sein: Hotel Son Borguny. Für knapp 80€ für uns beide eine wirklich schöne Unterkunft, das dabeiliegende Restaurant konnte uns für den Abend ebenfalls gut sättigen.

Jeden Tag eine gute Tat:
Ein älteres Paar aus Deutschland hatte scheinbar einige Verständigungsprobleme mit dem Personal, glücklicherweise konnte ich hier gut vermitteln.
Wie sich herausstellte wurden die beiden kürzlich bestohlen, sodass der Rückflug am Folgetag zu scheitern drohte.
Das Personal bedankte sich bei mir für die Hilfe mit einem kostenlosen Bier sowie einem Kurzen (bzw. je 2x, Felix musste auch nicht durstig zu Bett gehen)

Vielen Dank dafür! :-)

Friedlich ins Bett ging es um 21:30 Uhr, für unsere Verhältnisse recht spät.

Im Restaurant vom Hotel Son Borguny, hier ging ein schöner Tag sowie Abend zu Ende.


Tag 4 - (Donnerstag 15.03)

Ebenfalls bisher ungewöhnlich: Wir starteten heute erst gegen 09:30 Uhr. Ein Glück, durften wir uns heute einen Moment länger ausruhen, da wir gefühlt die kompletten Höhenmeter der heutigen Etappe innerhalb der ersten Stunde zurücklegen mussten.
Bereits gegen kurz vor 12 erreichten wir das Städchen Esporles, welches wir erstmal ein wenig erkundeten, bevor es gegen 12:30 Uhr weiter in Richtung Valldemossa.
Eine schöne Aussicht bot sich von den folgenden Koordinaten in Richtung Palma:
30°41'12" N 2°35'51" O

 

Die ersten Kilometer verliefen hier leider entlang der Asphaltstraße, dafür entschädigte aber auf jeden Fall der folgende Abschnitt durch den Wald.
Unterwegs notierten wir uns noch die folgenden beiden Koordinaten, ebenfalls mögliche Plätze um die Zelte aufzuschlagen:
1. 39°42'14" N 2°36'49" O
2. 39°42'20" N 2°36'55" O

Warum empfehle ich Zeltplätze? Weil es auf dem harten, steinigen Boden teilweise echt schwer war ein passendes Plätzchen zu finden. ;-)
Wir wären um jeden Tipp im Nachhinein sehr dankbar gewesen.

Gegen 17:00 Uhr kamen wir in Valdemossa an, fuhren mit Bus weiter zum Refugi Can Boi, wo wir die nächsten 2 Nächte verbrachten.
(In Valdemossa gab es für uns keine passende Möglichkeit zu schlafen, daher fuhren wir mit dem Bus zum Refugi.)
Im Refugi trafen wir auf Felix und Elli, Felix zeigte uns einige Videos, die er mit seiner Drohne filmte, mit Elli spielten wir noch die ein oder andere Runde MauMau.
Um Viertel nach 10 war heute Schlafenszeit angesagt.


Tag 5 - (Freitag 16.03)

Heute ging es mit dem Bus zurück nach Valdemossa, damit wir am Ende nicht sagen: Wir haben diese Etappe übersprungen. ;-)
(Übrigens für günstige 1,50€ pro Ticket)
Leider mussten wir auf unser Frühstück etwas warten, da der Bäcker in Valdemossa erst eine Stunde nach unserer Ankunft öffnete.
Gegen 09:00 Uhr gab es dann endlich unser verdientes Frühstück: ein großes Ciabatta Baguette mit massenhaft Käse, Salami und Olivenöl.
Wir zahlten auf den ersten Blick teure 10€ für das Baguette, allerdings war dies wirklich wahsninnig groß und mit 5€ p.P. schon fast wieder günstig.
Und: Seeehr lecker!
Nachdem wir unsere Wasservorräte für den Tag aufgefüllt hatten ging es dann los, leicht bergauf, in das Schutzgebiet Muntanya del Voltor, welches man gegen eine kleine Spende betreten darf (sollte).
Wir folgtem dem Pfad über Pla de Pouet, nach Coll de San Gallard zum Kammweg Cami de s'Arxiduc, welcher einen hervorragenden Panoramablick bietet.
Zwischenzeitlich entdeckten wir einen weiteren möglichen Platz um ein Zelt aufzuschlagen, auch wenn wir Richtung Deià zum Refugi Can Boi unterwegs waren.
39°44'15" N 2°38'4" O - ein kleines Plätzchen mit erdigem Boden, ideal und noch grade groß genug um unsere zwei kleinen Zelte aufzuschlagen.
Der folgende Abstieg war erst sehr steinig und schroff, später eher dschungelartig, wir hätten fast eine Machete benötigt. ;-)
Gegen 14:00 Uhr waren wir zurück am Refugi und konnten den Nachmittag diesmal ruhig genießen.
Abends trafen wir Rebecca wieder, welcher ich dann in mehr oder weniger akzeptablem Englisch MauMau erklärte. Nichtsdestotrotz hat es richtig Spaß gemacht und wir konnten Ihr etwas beibringen. ;-)

... über den Kammweg Cami de s'Arxiduc


Tag 6 - (Samstag 17.03)

Heute brachen wir wieder vor 08:00 Uhr auf. Unsere Strecke sollte uns von Deià über Sóller nach Port de Sóller bringen. Geplant waren hierfür 4-5 Stunden.
-> Ein weiterer Tipp um sein Zelt aufzuschlagen, ca. 30 Minuten nach Aufbruch vom Refugi:
39°45'25" N 2°38'35" O - eine größere Wiese, zwar steinig aber scheinbar mit ausreichend weichem Boden und den ein oder anderen Zelthering unterzubringen. Ein Stein als "Hammer-Ersatz" hilft ihr sowieso immer. :-)

Weiter ging es mit einer Empfehlung, welche wir zuvor von unserer Bekanntschaft Rebecca erhielten:
Gegen 09:30 Uhr trafen wir bei der "Finca San Mico" ein.
Ein herrlich gelegenes, wunderschönes Gebäude, ich würde es als Cafe bezeichnen.
Ich habe noch NIE einen besseren Kuchen gegessen, als hier!
Felix und Ich teilten uns jeweils ein Stück Mandel Schoko, Orange sowie Mandel Zitrone.
Ja, die nicht gerade riesigen Stücke schlugen mit 4€ / Stück ordentlich zu Buche, waren aber jeden Euro mehr als wert.
Komme ich jemals wieder in den Norden Mallorcas, so werde ich unausweichlich hier erneut einkehren. :-)
Früher oder später mussten wir wieder los, es ging weiter nach Port de Sóller. Wir kamen dort am Wasser gegen kurz nach 11 an, eine halbe Stunder später ging es nach Sóller.
Vom Hafen nach Sóller kann man entweder ca 1 3/4 Stunden laufen, oder alternativ den Orangenexpress nehmen, welcher ab 08:30 Uhr halbstündlich für 6€ p.P. fährt.

Da die letzten Zeltnächte sehr kalt waren, fanden wir glücklicherweise auch heute wieder eine passende Unterkunft: das Hostal Nadal.
Heute ging es dann auch sehr früh ins Bett um am folgenden Sonntag nochmal ordentlich Meter machen zu können.


Tag 7 - (Sonntag 18.03)

Heute führte uns der GR221 von Sóller zum Cuber Stausee, geplant waren ca. 5 Stunden für diese Etappe.
Nach knapp 3 Stunden (Start am Morgen um 08:30 Uhr) war der harte Aufstieg geschafft, vom Coll de L'Ofre, einem Bergsattel auf knapp 900m, konnten wir am Horizont den Stausee endlich sehen.
Nach einer weiteren 3/4h waren wir am See angelangt.
Die eigentlich gedachte Unterkunft, das Refugi Tossals Verds, war leider bereits ausgebucht, weßhalb wir mit dem Taxi vom Stausee bis Lluc fuhren.
Wir übernachteten (kurz nach Lluc) im Refugi Son Amer, welches wir von unterwegs telfefonisch buchten.
(Da wir eigentlich mehr Nächte im Zelt geplant hatten, haben wir im Voraus des Urlaubs keinerlei Unterkünfte gebucht.)
Hier trafen wir alte Bekannte, Felix und Elli wieder, welche wir bereits am Donnerstag kennenlernten.
Gegen Viertel nach Neun war dann jedoch auch langsam Schalfenszeit angesagt.


Tag 8 - (Montag 19.03)

Montag, fast das Ziel erreicht: Der Weg führte uns von Lluc nach Pollença, hierzu starteten wir bereits noch vor 08:00 Uhr, um etwa zur Mittagszeit um 12:00 beim Refugi del Pont Romà anzukommen.
Abends kehrten wir im La Trencadora ein, einer wirklich guten, sehr schicken Pizzeria mit sehr großen, für die Besucher sichtbaren Ofen.
Ebenfalls ein weiterer, sehr empfehlenswerter Tipp. Zur Krönung gab es noch zwei gute, deutsche Weizenbier.


Tag 9 - (Dienstag 20.03)

Am letzten Tag fuhren wir zurück nach Palma und verbrachten noch eine halbe Übernachtung in einem Hostel.
Da unser Flug bereits um 05:00 Uhr ging, endete unser Schlaf natürlich schon mitten in der Nacht.

So ging dann leider ein weiterer sehr erfolgreicher, herrlicher Urlaub vorbei.
Mein ursprüngliches Vorurteil, dass man Mallorca nicht als richtiges Wanderziel bezeichnet, wenn man die Alpen kennt, hat sich vollkommen zerschlagen.
Nur weil hier deutlich weniger maximale Höhenmeter geboten werden, war die Tour keinesfalls weniger anstrengend, geschweige denn weniger schön.

Auch dieses Ziel muss man einfach besucht haben.


Unsere Locations

Unterkünfte

  • Hotel Son Borguny (Banyalbufar)
  • Refugi Can Boy (Valdemossa)
  • Hostal Nadal (Sóller)
  • Refugi Son Amer (Lluc)
  • Refugi del Pont Roma (Pollença)

Verpflegung

  • Hotel Son Borguny
  • La Trencadora
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© 2019 » Patrick Jochmann